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Köln

Boxen im Ersten

Wenn Günter Netzer weint, weint die Nation


Das Netz von Günther Netzer. Foto: photocase.com

„Sie sind sehr schnell und flink“, kommentiert Günter Netzer das Spiel. „Meinen Sie mich?“, antwortet Gerhard Delling. In solchen Momenten weiß Netzer nichts zu sagen. Er schweigt und starrt auf den Boden, darauf hoffend, dass es irgendwann vorbei geht. Er weiß keine Antwort. Er ist kein schlagfertiger Mann. Er ist die Identifikationsfigur all derer, die Rethorikseminare besuchen, weil sie bei der Arbeit gemobbt werden. Er gehört zu denen, die zwar anpacken, aber nicht sprechen können. Er ist kein Clown, kein Hampelmann. Er ist wie wir, die das Sonnenlicht niemals zu sehen bekommen, weil wir die ganze Zeit unter Tage arbeiten müssen.

Manchmal leidet man mit ihm. Immer dann, wenn er tief getroffen - wie nach einem Boxhieb - fast weinen muss. „Klar, dass Sie, Herr Delling, es sich überhaupt nicht vorstellen können, ernsthaft an Ihre Arbeit heran zu gehen“, sagt er einmal. Was für eine Überraschung! „Großartig, Wahnsinn! JA!“, denkt die Nation. „Zeig es ihm! Mach ihn fertig! Bring ihn zum Heulen.“

Aber dann starrt er wieder auf den Boden und es ist alles wie vorher.

David Meiländer, 21, hat den Kollegen Peer heute schon vier mal zum Weinen gebracht.
22.6.06 08:57


2:0 - Ghana gewinnt gegen Tschechien

Mit einem großmaschigen Netz fing WirWeltmeister die Stimmungen in Köln ein.


Foto: M. Peer

"Strč prst skrz krk." Das ist nicht einfach ziellos auf die Tastatur gehauen, sondern der einzige Satz, den ich auf Tschechisch kenne. Die tschechischen Fans, die noch eine Dreiviertelstunde nach Abpfiff ausdruckslos auf das Spielfeld im Kölner WM-Stadion starrten, hätte er aber kaum aufgeheitert. "Steck dir den Finger durch den Hals", bedeutet diese slawische Weisheit angeblich. Ein weltberühmter Zungenbrecher, die Tschechen verbinden sicher viele schöne Erinnerungen mit ihm. So kurz nach der Niederlage gegen Ghana hätte er aber vielleicht ein wenig taktlos gewirkt.

Ich hätte den traurigen Tschechen gerne irgendwie geholfen, nur wusste ich nicht wie.

Also habe ich sie einfach fotografiert, während sie litten und weinten. Dann umringten mich schöne, schwarze Frauen. Ich tanzte mit ihnen und küsste sie auf die Stirn. Auf der Kölner Ringstraße hatte plötzlich jeder Taxifahrer eine ghanaische Flagge und alle liebten mich wegen meines Ghana-T-Shirts, das ich gestern für 10 Euro bei "Karstadt Sport" gekauft hatte. Die Ghanaer und ich hupten, trommelten und schrien vor Glück.

Von den Tausenden tschechischen Fans waren nach dem Spiel nur noch wenige zu sehen. In Köln feiert man eben laut und trauert einsam.

Die Wortmeldungen von Mathias Peer, 179cm, werden bei der DFB-Pressekonferenz stets ignoriert.
17.6.06 23:50


10 Meiländers für einen Ballack und hundert Peers

Dank Panini kann man sich noch bis zum 31. Juli neben seine Stars kleben


Deutsch/Polnische Shizophrenie, Foto: Panini und David Meiländer


Wenn Deutschland gewinnt, dann gewinnen „wir“. Wir stehen zusammen und unsere Jungs kämpfen für unsere Sache. Traurig war bisher nur, dass das keiner so richtig zu würdigen wusste. Wenn man zum Beispiel die tollen Panini-Bilder tauschte, dann tauschte man sieben Podolskis gegen einen Ronaldinho, aber keinen David Meiländer gegen zehn Bildchen vom Kollegen Mathias Peer. Auch wenn das total berechtigt wäre. Im Album blieben die Stars unter sich. Das ist jetzt anders. Denn bei Panini kann man noch bis zum 31. Juli seine eigenen Sammelbilder drucken lassen. Ganz toll! Dabei offenbarte sich auch schon die innere Zerrissenheit des Autors. Seine kommerzielle Seite, Davech Meiländinski, hofft auf den Sieg Polens, denn der macht ihn reich. Der deutsche Patriot, David Meiländer, hofft auf sein Land, denn wenn es das Spiel gewänne, wäre er glücklich. Aber ist Geld kein guter Ersatz für Glück? Vielleicht.

David Meiländer, 21, hat sich ins deutsche Tor geklebt. Dort hält er den Platz frei für Oliver Kahn.
14.6.06 00:06


Portugal - Angola: Wir Weltmeister feiern in Köln

Das erste WM-Spiel in Köln. Protugal gewinnt 1:0 gegen Angola.

Schon wieder zeigt sich bei dieser WM, dass ein schnelles Tor einem Spiel nicht unbedingt gut tun muss. Vom arschlangweiligen Spiel der portugiesischen Mannschaft wussten deren Fans vor dem Spiel naturgemäß noch nichts - und feierten gut gelaunt in der Altstadt. Der Kölner Dom war heute rot und grün.


Gebet.


Kummunion.


Fürbitten.


Absolution.


Beckenbauer.

Fotos von wirweltmeister.de-Reporter Mathias Peer, dessen liebstes Wortspiel der "Express" gefunden hat: Fifa Colonia!
12.6.06 01:33


Der Kommerzialisierungswahn

Sponsoring macht das Leben erst lebenswert.


Foto: www.photocase.com

Manni Breuckmann spinnt! Da waren sich Fedor Radmann, Birgit Prinz, Utz Claassen und Wolfgang Schäuble am Sonntag bei Sabine Christiansen (Thema: "Der totale Kick! Chancen und Risiken der Fußball-WM") einig. Manni ist nämlich Kommunist und will die WM mit seinen aufrührerischen Thesen kaputt machen. „Wenn der Fanclub der Nationalmannschaft den Namenszug 'powered by Coca Cola' trägt, dann stimmt doch irgendwas nicht“, faselte Manni in der Sendung. Quatsch, sagten die anderen: „Man kann auch etwas tot diskutieren“, kreischte Birgit Prinz und Manager Utz Claassen erwiderte: „Ohne die Sponsoren wäre der Fußball gar nicht überlebensfähig.“ Nur André Heller war auf Mannis Seite. Aber der ist ja bekanntlich auch verrückt.

Andrè und Manni sind Spielverderber! Kommerz ist doch toll! Ohne Kommerz wäre alles total langweilig. So wie früher in der DDR: Kahl, funktional, farblos und ohne Bananen. Alle regen sich darüber auf, dass die Bundesliga bald T-Com-Liga heißt. Aber was soll's? Bundesliga, das ist doch nur ein Name! Die inneren Werte zählen!

Es wird Zeit, dass die Deutschen die Angst vor der Werbung und dem Geld verlieren. Was ist zum Beispiel mit dem Deutschen Bundestag? „Bundestag“ - das ist doch ein total öder Name. „Daimler-Chrysler-Arena“ sollte er heißen – dann wäre es auch vorbei mit der Politikverdrossenheit. Auch die Bundeskanzlerin könnte sich sponsern lassen. Zum Beispiel von Bifi. Mensch, wäre das innovativ. „Das Wort hat Frau Bifi Roll, präsentiert von Praktika – fünfzig Prozent auf alles, außer Tiernahrung“, würde Meister Proper (Bundestagspräsident) sagen und Bifi Merkel würde begleitet vom Malboro-Song zum Nestlé-Podest (Rednerpult) tanzen.

Eine tolle Show, die sich auch die Kirche zu Nutze machen könnte. Warum nennt sie ihre Gotteshäuser nicht einfach „Meica Gebetszentren“? Und den Papst „Bockwurst“!? Was spricht dagegen? Namen sind wie Schall und Rauch und es ist gut für die Konjunktur. „Ohne Sponsoren wäre die deutsche Politik und die Kirche doch gar nicht überlebensfähig“, würde bei Utz Claassen jetzt sagen und sich die Hände reiben. Er hat Recht! Also lasst uns gemeinsam sterben, solange wir noch können.

David Meiländer-Sony, 21, findet, dass Manfred Breuckmann der beste Fußball-Kommentator der Welt ist.
8.6.06 13:18


Dr. Oetker und die deutsche Trägheit

Die Halbzeitpizza mit Currywurst ist Ausdruck der deutschen Fußball- und Kulturmisere


Foto: Dr. Oetker

Das Lieblingsessen der Deutschen ist die Currywurst und weil es bekanntlich keine einheitliche deutsche Küche gibt, ist sie damit auch unser Nationalgericht. Das ist schrecklich, doch wir alle leben damit. Was sollen wir denn auch machen? Wir können schließlich nichts dafür, dass unsere größte kulinarische und kulturelle Leistung ein Stück zusammengepresster Fleischreste in billiger, überwürzter Ketchup ist.

Jeder normale Mensch würde das geheim halten. Wenn die Welt zu Gast bei Freunden ist, sollten wir sie eigentlich anlügen. Wir sollten auf Kerner am Freitag verweisen und erklären, dass das die echte deutsche Küche ist. „Bei uns wird guter Geschmack mit Ästhetik verbunden“, würden wir heucheln und als Beispiel Sarah Wiener anführen. „Sie kann nicht nur gut kochen, sie sieht auch gut aus.“ Dass sie in Wahrheit aus Österreich kommt, muss ja keiner wissen. Österreich ist ja sowieso nicht bei der WM dabei. Die Welt würde uns lieben und verehren. Wir wären der Weltmeister der Rinderherzen und die Helden des guten Geschmacks.

Eine schöne Vorstellung, die leider für immer ein Traum bleiben wird. Denn Dr. Oetker macht uns einen Strich durch die Rechnung. Mit seiner „Halbzeitpizza“ verbindet er italienische Hochkultur mit der deutschen Pommes-Buden-Mentalität: Wurst, Currysoße und Röstzwiebeln – das ist kulinarisch-kulturelle Beitrag Deutschlands zu dieser Welt.

Die Pommes-Bude. Das ist es, was Deutschland ausmacht. Wir sind keine Dichter und keine Denker. Wir sind keine Macher, wir sind einfach nur langsam und fett. Die Currywurst ist der ganze Stolz der deutschen Esskultur und steht damit stellvertretend für unsere Mentalität: Im Fußball, im Bett und in der Küche.

Dr. Oetkers Currywurst-Pizza ist nur der Ausdruck dieser traurigen Wahrheit. Deshalb braucht Deutschland einen Mentalitätswechsel und zwar schnell. Möglichst noch bis zum 9. Juni. Das erste Opfer muss die Currywurst sein. Denn solange sie da ist, können wir niemals Weltmeister sein.

Der Autor David Meiländer, 21, ist beim Essen sehr wählerisch. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr nahm er nichts anderes als Butterkeksbrei und Duplo zu sich. Bei der Weltmeisterschaft hofft er auf eine rote Karte für Jens Lehmann, damit Oliver Kahn – das Tier – wieder im Tor steht.
8.6.06 11:36


Blut gesucht

Zur Fußballweltmeisterschaft werden die Reserven knapp


Foto: photocase.com

Das Deutsche Rote Kreuz erwartet einen Rückgang der Blutspenden während der Fußballweltmeisterschaft. Grund seien die Fußballübertragungen, die viele Leute vor den Fernseher und nicht zu den Blutspende-Terminen lockten. Gleichzeitig erwarten die die Verantwortlichen aber auch einen höheren Verbrauch der Konserven. Die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger rief deshalb die Bevölkerung zur Spende auf: „Um Menschen nach Verkehrsunfällen oder einem Massenanfall von Verletzten zu helfen, sind in unserem Bundesland etwa 2.000 zusätzliche Blutspenden notwendig“, sagte sie.

Besonders gefragt sind die Blutgruppen A und 0. Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat eine Info-Hotline eingerichtet, die unter der Rufnummer 0800 / 1194911 erreichbar ist. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger kostenlos über Blutspendetermine in ihrer Umgebung informieren. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter der Adresse www.blutspende.de.

Bei der Weltmeisterschaft hofft unser Autor David Meiländer, 21, auf eine Rote Karte für Jens Lehmann, damit der tolle Oliver Kahn wieder im Tor steht. Meiländer wohnt im Fifa-WM-Bahnhof Köln auf Gleis 3.
7.6.06 11:44


Die größte Party des Planeten

Ein von allen herbeigesehntes Match und der WM-Titel - woran ein Brite vor der WM denkt



Diesen Juni werden sich hunderttausende Fans aus der ganzen Welt für die größte Party des Planeten treffen. Darunter sind Tausende aus England, die günstige Flüge und die Nähe zu Deutschland ausnutzen, um ihr Team zu unterstützen. Für Engländer gibt es nichts größeres als die Weltmeisterschaft, jeder erinnert sich an seine erste überhaupt, die erste, die ihn mitgerissen hat und die erste, bei der er die Adrenalinstöße und Freude bei jedem Tor gegen die Gegner gespürt hat.

Auf einmal beginnen auch Menschen, die normalerweise keinen Fußball mögen, darüber zu diskutieren, wer die Gruppenphase übersteht, ob Michael Owen rechtzeitig fit ist, was passieren wird, wenn Rooney wieder verletzt wäre. Kann Teammanager Sven-Göran Eriksson seine Strategie ändern, wenn wir zurückliegen? St.-George-Crosses werden an mehr und mehr Autoantennen angebracht, bald sind es noch viele mehr: An jedem Pub, hunderten von Autos, aus Tausenden Fenstern werden sie hängen.

Viele Engländer denken darüber nach, ob und wann wir gegen Deutschland spielen könnten - vielleicht am 24. oder 25. Juni oder erst am 9. Juli - im Finale. Oder aber es wird gar nicht zu der Begegnung kommen, die eine ist, die wir unbedingt sehen wollen. Einer dieser Kämpfe, die Weltmeisterschaften etwas ganz besonderes machen, bei dem Teams aufeinandertreffen, die schon jahrzehntelang Rivalen sind. Für uns wäre es ein Märchen, wenn das Finale Deutschland - England hieße.

Das Besondere der Weltmeisterschaft ist jedoch, dass sie alle Teilnehmer und Fans vereint: Du musst nicht das Siegerteam unterstützen, alle Fans sind tolerant - was zählt ist, dass alle Fußball lieben, du dabei bist und das größte Turnier der Welt genießt.

Der Autor Pete ist Engländer, 22 und fußballbegeistert. Er betreut den englischen Bloganbieter 20six.co.uk und bloggt unter millionpieces.20six.co.uk.
1.6.06 16:02


Spielfreude

Reich werden mit Fußballwetten? Die Verbraucherzentrale NRW hat die wichtigsten Anbieter getestet



Sportwetten gehören für mich zur Fußball-WM wie eine Zigarette zum Kaffee: Ist nicht wirklich gesund, kostet immer einigermaßen viel Geld, ist aber irrationalerweise trotzdem kaum wegzudenken.

Wetten, vor allem auf Fußball, boomen zurzeit im Internet, und wie so oft, ist die Marktlage hier relativ unübersichtlich. Für die Monatszeitung "Verbraucher aktuell" der Verbraucherzentrale NRW hat der Herr Kollege Jacobsen die fünf Wettanbieter Oddset, Betandwin, Interwetten, Sportwetten Gera und wetten.de getestet.

Das Ergebnis: Wer darauf wetten will, welche Mannschaft der kommende Weltmeister wird, sollte das nicht beim staatlichen Anbieter Oddset tun: Dieser hat bei 25 der 32 Weltmeisterwetten die schlechteste Quote. Gewinner des Quotenvergleichs waren die Buchmacher von Interwetten, die bei 14 Wetten vorne lagen, knapp vor Betandwin.

Mehr über den Test weiß die Verbraucherzentrale NRW.

Mathias Peer, 20, ist Österreicher und lebt in Köln. Sein Land ist nicht bei der WM, er dafür umso begeisterter. In seiner Freizeit klebt er Fußballmetaphern in ein Panini-Sammelalbum und ernährt sich ausschließlich von Produkten offizieller FIFA-Sponsoren.
30.5.06 13:20


Und sonst so: WM-Randnotizen vom 16. Mai

Goleo gefloppt?
derStandard.at: 'Der unerwartet geringe Absatz des WM-Maskottchens "Goleo" hat den Spielzeug-Hersteller Nici in eine Krise gestürzt.'

WM-Überraschung Odonkor
Noch kein Länderspiel und doch bei der WM im eigenen Land dabei: Zeit, sich über David Odonkor zu informieren - zum Beispiel auf seiner Homepage oder bei Wikipedia.

Spiegel Online sucht den "schrägsten" Fanartikel
Spiegel Online: 'Wer hat den schrägsten Fanartikel? Machen Sie mit und gewinnen Sie!'
16.5.06 10:16



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